Liebe Freunde, liebe Freunde des Gesanges, verehrtes Publikum,

die Spielzeit 2013/14 bringt viele interessante Konzerte mit sich: Ich freue mich auf einen Liederabend mit András Schiff beim Berliner Musikfest und auf das Eröffnungskonzert der Salzburger Festspiele 2014!

Die neue Saison bringt auch spannende erste musikalische Begegnungen, z.B. mit dem San Francisco Symphony Orchestra oder dem Shanghai Symphony Orchestra unter Charles Dutoit, mit den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazel oder dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunkes (wenn ich das Preisträgerkonzert des ARD-Wettbewerbes von 1996 nicht zähle) unter Franz Welser-Möst und Bernard Haitink.

Ich bin gespannt auf weitere für mich neue Dirigenten wie Giovanni Antonini und Daniel Harding und glücklich über  Liedprojekte mit Hartmut Höll, Hendrik Heilmann, Malcolm Martineau, Matthias Alteheld oder Hinrich Alpers.

Aus aktuellem Anlass möchte ich auf die Rubrik Presse/Reden hinweisen:
In der Dezember-Ausgabe der "Opernwelt" erschien ein Interview mit mir, das leider stark gekürzt und dadurch in der Aussage verändert wurde. Die ungekürzte Version lesen Sie hier. Es trifft auch nicht zu, dass mir an meiner Opernkarriere nichts mehr liegt, wie es dort in der Überschrift steht! Ich suche lediglich sehr bewusst aus, womit ich meine Zeit verbringe.

Besonders am Herzen liegt mir, Zeichen zu setzen gegen den Abbau musikalischer Bildung in Deutschland (z.B. 50-prozentige Reduktion des Musikunterrichtes in Berlin (SPD und DIE LINKE) und Niedersachsen (CDU) und Abschaffung des eigenständigen Faches Musik an den Grundschulen in Baden-Württemberg durch die CDU bei Nichtwiedereinführung durch Grüne und SPD!). Als dreifacher Familienvater, als Hochschullehrer und als Musiker mache ich mir Sorgen um unsere „Kulturnation“ und weiß nicht mehr, wen ich wählen soll.

Ich wünsche mir eine große Koalition von Entscheidungsträgern, die den Mehrwert musikalischer Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und damit für die Gesellschaft erkennen und ausrechnen können, dass Musikschulplätze billiger sind als Resozialisierungskosten junger Straftäter, wie es in Venezuela mit „El Sistema“ längst vorgemacht wird.

Unsere europäische Kultur lebt davon, an die nächste Generation weitergegeben zu werden! Und das soll meiner Meinung nach nicht vom Bildungshorizont oder Geldbeutel des Elternhauses abhängen.

Mit Henning Scherf, dem Präsidenten des Deutschen Chorverbandes, habe ich daher ein Bündnis zwischen dem Bundeswettbewerb Gesang und dem Deutschen Chorverband ins Leben gerufen: Die Preisträger des Bundeswettbewerb Gesang sollen Paten der „Caruso-Kindergärten“ des Deutschen Chorverbandes werden, in denen qualifiziert mit Kindern gesungen wird.

An der Grundschule meiner Kinder konnten wir einen Schulchor gründen und haben damit einen (!) Ansprechpartner in musikalischen Fragen.

Vielleicht werfen ja auch andere Gleichgesinnte an anderen Orten Steine ins Wasser und es gibt ein paar Wellen.

In diesem Zusammenhang freue ich mich auch auf ein Projekt mit meinem ehemaligen Knabenchor, der „Knabenkantorei Basel“ und aus diesem Grund gebe ich mein „Debut“ als Konzertsänger in meinem neuen Wohnort sehr gerne an der Lutherkirche Karlsruhe, wo in der „Lutherana“ hervorragende Jugendarbeit gemacht wird.

Dass ich in Karlsruhe an einer der schönsten Musikhochschulen Europas (www.hfm.eu) mit exzellenten Kollegen und unter besten Bedingungen für die Studenten meine Erfahrungen an die nächste Sängergeneration weitergeben darf, empfinde ich als Privileg.

Viel Spaß mit den Details, der Musik und viel Glück im Leben!

Hanno Müller-Brachmann